Sicherungsgeräte

Hinweise zum Einsatz von Persönlicher Schutzausrüstung gegen Absturz, Halten und Retten

1. Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz und zum Halten und Retten

Vor der Auswahl und dem Einsatz von Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) gegen Absturz, Halten und Retten hat der Nutzer unter Berücksichtigung der auszuführenden Arbeiten und der örtlichen Gegebenheiten eine Gefahrenermittlung durchzuführen, um die entsprechende Schutzausrüstung auszuwählen. Die genauen Regel hierzu findet man in der
ZH1/709 „Regel für den Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz”
ZH1/71O „Regel für den Einsatz von persönlichen Schutzausrüstungen zum Halten und Retten”

2. Auffanggurte

Auffanggurte sind Teile eines Auffangsystems und kommen dann zum Einsatz, wenn Arbeiten ausgeführt werden, bei denen ein Absturz nicht ausgeschlossen werden kann. Auffanggurte müssen den gesamten Körper umschließen und mind. über eine Auffangöse am Rücken verfügen. Auffangurte können in Verbindung mit seitlichen Halteösen als Haltegurte verwendet werden. Im Absturzfall dürfen verunfallten Personen max. 20 min im Gurt verbleiben danach in Kauerstellung bringen.

3. Haltegurte

Haltegurte dürfen nur zum Halten verwendet werden und kommen nur zur Verwendung, wenn sichergestellt werden kann, dass ein Absturz ausgeschlossen ist. Haltegurte können dann eingesetzt werden, wenn das Verbindungsmittel um den Anschlagpunkt geführt oder geschlungen wird, so dass eine zweisträngige Belastung gegeben ist. Ein freies Hängen im Gurt muss ausgeschlossen sein.

4. Sitzgurte

Sitzgurte werden in erster Linie dann eingesetzt, wenn Arbeiten von unten nach oben oder von oben nach unten durchgeführt werden. Bestehen im Bewegungsraum Hindernisse, sind Sitzgurte mit Schultergurtbändern zu bevorzugen. Unter Belastung sollen Sitzgurte höchstens 30 Minuten benutzt werden.

5. Abseilgurte

Bei der Auswahl der Abseilgurte muss geklärt werden, ob ein Versicherter den Abseilgurt selbst anlegen kann oder ob ein Helfer zur Verfügung stehen muss. In Fällen, in denen mit akuten Gefahrensituationen zu rechnen ist, z. B. bei Bränden, sind solche Abseilgurte zu wählen, die schnell angelegt werden können. Ist zum Anlegen eines Gurtes genügend Zeit vorhanden, können zum Abseilen auch Auffanggurte mit vorderer Fangöse benutzt werden.

6. Benutzungsdauer, Ablegereife

Die Benutzungsdauer richtet sich nach der jeweiligen Beanspruchung. Die maximale Ablegereife ist bei Gurten 6 – 8 Jahre und bei Verbindungsmitteln (Seile/Bänder) 4 – 6 Jahre, nach dieser Zeit sollten die Systeme unbedingt ausgetauscht werden.

7. Überwachung

Der Unternehmer kann einen Unterwiesenen oder Sachkundigen benennen, der die ordnungsgemäße Überwachung übernimmt. Der Unternehmer hat die Nutzer auf die Tragepflicht hinzuweisen.

8. Prüfungen

Der Nutzer hat vor jedem Einsatz die Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz, Halten und Retten auf Mängel, Vollständigkeit und Prüfdatum zu kontrollieren. Die PSA gegen Absturz, Halten und Retten muss jährlich von einem Sachkundigen überprüft werden. Die Prüfung muss in einem Prüfbuch dokumentiert werden.

9. Instandhaltung

Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass persönliche Schutzausrüstungen zum Halten und Retten von einem Sachkundigen gewartet werden. Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass beschädigte oder stark beanspruchte persönliche Schutzausrüstungen zum Halten und Retten der Benutzung entzogen werden, bis ein Sachkundiger der weiteren Benutzung zugestimmt hat.
Der Unternehmer hat dafür zu sorgen, dass schadhafte Teile von persönlichen Schutzausrüstungen zum Halten und Retten durch einen Sachkundigen durch solche Ersatzteile ersetzt werden, die den Originalteilen entsprechen.

10. Sachkunde

Sachkundig ist die Person, welche durch einen entsprechende Schulung den Nachweis erbracht hat, PSA gegen Absturz hinsichtlich der Anweisungen und Regeln zu prüfen und die Anwendung zu vermitteln.