Schutzhandschuhe

Nach § 4 (2) VBG 1 werden Schutzhandschuhe für den Körperschutz erforderlich, wenn bei Arbeiten Verletzungen im Handbereich entstehen können.

Als Werkstoffe für Schutzhandschuhe kommen in Frage:

Leder

Gegen mechanische Beanspruchung ist Leder sehr widerstandsfähig. Begrenzt können auch heiße Gegenstände mit Leder angefasst werden. Beschichtetes Leder kann Wärme reflektieren. Schrumpfarme Spezialleder vertragen langzeitige, hohe Wärmeeinwirkung.
Gerbstoffe im Leder können aber auch zu Allergien führen. Leder ist infolge seiner Poren atmungsaktiv.

Textilien

Gewebe aus Textilien werden bei trockenen Arbeiten mit nur geringen mechanischen und thermischen Beanspruchungen verwendet. Sie sind atmungsaktiv und werden deshalb häufig auf dem Handrücken auch bei Handschuhen aus anderen Stoffen benutzt. Textilien sind auch sehr flexibel und erhalten das Tastgefühl. Sie eignen sich daher für Feinarbeiten.
Durch den speziellen Gewebeaufbau von Schlingenware wird auch bei Baumwolle Wärmeisolierung und hoher Widerstand gegen Schnittbeanspruchungen erreicht.

Gummi

Naturkautschuk oder Latex sind flüssigkeits- und luftundurchlässig. Sie können deshalb bei Nässe, Laugen und verschiedenen Säuren verwendet werden. Öle, Fette und Lösungsmittel greifen den Gummi teilweise an. Reiß- und Schnittfestigkeit von Gummi muß mit Hilfe von Gewebeeinlagen erhöht werden. Gummihandschuhe mit geringer Materialstärke erhalten das Tastgefühl für feine Arbeiten. Elektriker-Handschuhe nach VDE 0680 bestehen aus isolierendem Gummi und sind gekennzeichnet.

Kunststoff

Zum Schutz gegen Chemikalien, aber auch gegen mechanische Einwirkungen werden für Schutzhandschuhe verschiedene Kunststoffe verwendet. Maßgebend für die Auswahl sind die einwirkenden Gefahrstoffe. Durchlässigkeitsprüfungen ergeben die Kriterien für die Verwendungsbereiche. Hohe Flexibilität, Abrieb- und Schnittfestigkeit einiger Kunststoffe ergeben weitere Einsatzbereiche.
Vielseitig verwendbar sind Schutzhandschuhe aus Nitril-Kautschuk und Neopren. Für bestimmte Stoffgruppen sind Schutzhandschuhe aus Polyvinylalkohol PVA erforderlich, die aber nicht wasserbeständig sind. PVC ist dagegen bei vielen Chemikalien nicht beständig oder durchlässig.
Schutzhandschuhe aus PVC sind aber gegen schwächere Einwirkungen und im Hygienebereich weit verbreitet, insbesondere als Einweghandschuhe.
Begrenzten Schutz bieten auch Einweghandschuhe im Hygienebereich aus Kunststoff-Vliesen (Olefin- oder Polypropylen-Spinn-Vliesen).

Metallgeflecht

Gegen Stich- und Schnittverletzungen sichern in der Fleischwirtschaft-Schutzhandschuhe aus Metallringgeflecht (rostfreier Stahl, vernickeltes Messing).

Technische Fasern

Verschiedene technische Fasern können gezielt für bestimmte Anwendungsbereiche eingesetzt werden, z. B. sind Kevlar®-Fasern sehr hitzebeständig und besonders schnittfest.

Natürlicher Gummi

Er wird aus Pflanzen gewonnen und ist besser unter dem Begriff Latex bekannt. Latex ist sehr elastisch und hat eine gute Widerstandsfähigkeit gegen Abrieb und Schnitte. Die Temperaturbeständigkeit liegt zwischen ca. -20° C und +150° C. Latex ist im Allgemeinen nicht beständig gegen Öle und Fette.

Neopren, Chloropren

Wurde als ein ölbeständiger Ersatzstoff (synthetischer Gummi) für Latex entwickelt Er besitzt einen guten Abriebwiderstand. Die Schittfestigkeit ist nicht so ausgeprägt wie bei Latex. Seine Temperaturbeständigkeit liegt bei einem dauerhaften Kontakt bei ca. +95° C, bei höheren Temperaturen wird er hart und verliert an Flexibilität. Ab ca. -25° C wird er steif und ab -40° C wird er brüchig.

Nitril

Ein synthetischer Gummi mit sehr gutem mechanischem Widerstand gegen Abrieb und Schnitte. Die Flexibilität ist nicht so gut ausgeprägt wie bei Latex, Neopren / Chloropren oder PVC. Temperaturbeständig von ca. -4° C bis ca. +150° C. Guter Schutz gegen Öle und Fette.

PVC

PVC ist sehr flexibel und bietet einen hohen Schutz gegen Abrieb. Temperaturbeständig von ca. -30° C bis ca. +80° C.

Butyl

Sehr gute Beständigkeit gegen Gase und Dämpfe. Besonders geeignet beim Umgang mit Ketonen, Estern und stark ätzenden Säuren.

Viton

Sehr gute Beständigkeit gegen Gase und Dämpfe. Zu empfehlen bei Arbeiten PCB (polychloriertem Triphenylen), Benzin und Anilin. Nur geringer Widerstand gegen Schnitte und Abrieb.

Technische Fasern

Technische Fasern werden gezielt für bestimmte Anwendungsbereiche eingesetzt, u. a. als Schnitt- oder Hitzeschutz. Kevlar®-Fasern sind besonders schittfest und hitzebeständig (bis ca. +500° C).